Die COVID-19-Pandemie hat das Leben von Millionen Menschen verändert. Auch in Äthiopien. Laut einer Umfrage der Vereinten Nationen gaben mehr als die Hälfte der äthiopischen Haushalte an, ihr Einkommen sei im April 2020 gesunken oder ganz eingebrochen. Besonders hart traf es Frauen. Ejig Akele ist eine von ihnen. Gleichzeitig ist sie ein Beispiel dafür, was passiert, wenn Frauen die Mittel und den Mut haben, neu zu denken.
Eine Frau, zwei Standbeine und ein harter Einschnitt
Als wir Ejig 2018 zum ersten Mal kennenlernten, hatte sie sich mit der Unterstützung eines Mikrokredits bereits einen Getreidehandel aufgebaut. Später eröffnete sie eine Boutique, die sie selbst als sehr vielversprechend beschrieb.

Ejig ist Mutter von zwei Kindern und Vorsitzende der Mekane Selam Women Credit and Saving Association.
Mit Ausbruch der Pandemie brach ihr Umsatz ein. Die Nachfrage nach ihren Boutique-Produkten sank, und der für sie besonders lukrative Verkauf auf dem Mekane Selam Straßenmarkt wurde eingeschränkt.
Ein neuer Plan
Ejig wartete nicht ab. Im Herbst 2020 hörte sie von einer Gruppe Landwirte, die sich mit Kleinbewässerung beschäftigten. Einer Methode, die in der Region deutlich seltener genutzt wird als die weit verbreitete Regenbewässerung. Sie sah darin eine Chance, besprach das Vorhaben mit ihrem Mann und entschied sich, einzusteigen. Obwohl Kleinbewässerungs-Landwirtschaft für Frauen in der Region kein übliches Beschäftigungsfeld ist.
Bereits in der ersten Saison erntete sie 360 kg Gemüse: Zwiebeln, Tomaten, Kohl. Ihr Einkommen in 2020 belief sich auf 120.000 Birr. Damit hatte sie in einem einzigen Jahr den gesamten Kreditbetrag überstiegen, den sie von der Mikrokreditvereinigung geliehen hatte.
„Es ist unglaublich“, sagte Ejig. „Ich hätte nie gedacht, dass die Kleinbewässerung so viel mehr Ertrag einbringt. In 2021 haben mein Mann und ich uns vermehrt diesem Geschäft gewidmet und unseren Ertrag fast verdoppelt“, fügte sie hinzu.

Im vergangenen Jahr pachtete Ejig zusätzlich Land von anderen Landwirten und produzierte mehr als 500 kg Gemüse. Parallel dazu führt sie weiterhin ihre Boutique. Ihr Einkommen hat sich um ein Vielfaches erhöht, die Lebensqualität ihrer Familie verbesserte sich erheblich.
Die Pandemie hat Ejig Akele vor große Herausforderungen gestellt. Aber sie hat ihr auch etwas gebracht: den Raum, über neue Perspektiven nachzudenken und den Antrieb, sie zu nutzen.
Ejig Akele ist Vorsitzende der Mekane Selam Women Credit and Saving Association. Ihre Geschichte zeigt, was möglich wird, wenn Frauen Zugang zu Ressourcen, Wissen und Netzwerken erhalten. Mit jeder Tasse nuruCoffee ermöglichst du Geschichten wie die von Ejig.




